Nachlass in Deutschland

Allgemeine Informationen

Grabtrauer Bild vergrößern (© www.colourbox.com) Im deutschen Recht geht der Nachlass einer verstorbenen Person (im Deutschen Erblasser genannt) unmittelbar auf den oder die Erben über (sogenannte Universalsukzession).

Zum Nachweis, wer Erbe geworden ist, dient der Erbschein, den das zuständige Nachlassgericht in Deutschland auf Antrag eines Erben oder mehrerer Miterben ausstellt. Durch den Antrag auf Ausstellung eines Erbscheins gibt der Erbe zu erkennen, dass er die Erbschaft angenommen hat. In manchen Fällen, so zum Beispiel, wenn der Nachlass überschuldet ist, kann es jedoch ratsam sein, die Erbschaft nach dem Erblasser auszuschlagen. Hierfür muss der Erbe innerhalb einer bestimmten Frist dem Nachlassgericht gegenüber erklären, dass er die Erbschaft ausschlägt. Wer die Erbschaft nicht innerhalb der Frist ausschlägt, ist Erbe geworden. Lesen Sie bitte die nachfolgenden Informationen zur Beantragung von Erbscheinen und zu Ausschlagungserklärungen.

Beantragung eines Erbscheins

Hier bieten wir Ihnen einen Fragebogen als Download an, der zur Vorbereitung eines Erbscheinsantrages dient. Bitte drucken Sie den Fragebogen aus und füllen Sie ihn so komplett wie möglich aus. Anschließend übersenden Sie den Fragebogen bitte an Ihre zuständige deutsche Auslandsvertretung in den USA unter Beifügung von Kopien der zur Verfügung stehenden Personenstandsurkunden, Testamente, etc.

Falls es ein Testament gibt, werden ebenfalls Informationen über ein hier eventuell durchgeführtes Probate-Verfahren benötigt. Sofern kein Probate stattgefunden hat, wird das deutsche Nachlassgericht in der Regel das Original-Testament verlangen.

Notar_Siegel Bild vergrößern (© www.colourbox.com) Auf der Grundlage Ihres Fragebogens wird Ihre zuständige deutsche Auslandsvertretung einen Erbscheinsantrag entwerfen und sich mit Ihnen zur Vereinbarung eines Termins für die Beurkundung der Erbscheinsverhandlung in Verbindung setzen.Für die Beurkundung wird eine Gebühr anfallen, die sich nach dem Wert des Nachlasses richtet. Sie wird in Euro berechnet und kann in bar in Dollar zum Tageskurs oder per Kreditkarte (visa oder mastercard) entrichtet werden. Erkundigen Sie sich daher bitte bei der Terminabsprache über deren Höhe.

Der hier beurkundete Antrag muss anschließend von Ihnen nebst beglaubigten Kopien der erforderlichen Personenstandsurkunden (und, sofern diese in englisch oder einer anderen Sprache errichtet sind, nebst deutscher Übersetzung) an das zuständige Nachlassgericht in Deutschland übersandt werden. Dort wird für den Erbschein selbst eine weitere Gebühr anfallen.

Erbausschlagung

Nach deutschem Recht kann eine Erbschaft von dem Erben innerhalb von 6 Wochen, bei Aufenthalt außerhalb Deutschlands innerhalb von 6 Monaten nach Kenntnis vom Erbfall durch Erklärung gegenüber dem deutschen Nachlassgericht ausgeschlagen werden. Die Erklärung ist mindestens in öffentlich beglaubigter Form abzugeben. Eltern, die als Sorgeberechtigte ihrer minderjährigen Kinder handeln, müssen beide die Erbschaftsausschlagung für ihr Kind erklären. Die Ausschlagungserklärung kann vor dem Konsularbeamten der zuständigen deutschen Auslandsvertretung oder einem Honorarkonsul abgegeben werden. Auch hier fällt eine Gebühr an, die sich nach dem Wert des Nachlasses richtet. Sie wird in Euro berechnet und kann in bar in Dollar zum Tageskurs oder in Euro per Kreditkarte (Visa oder Mastercard) entrichtet werden.

Dokumente zum Herunterladen

Nachlass Fragebogen [pdf, 398.87k]

Ausschlagungserklärung (Formular) [pdf, 94.91k]

Paragraph, Hammer, Waage, (c) picture-alliance/chromorange

Wichtige Änderungen hinsichtlich des auf Erbfälle anwendbaren Rechts (EU-ErbVO)

Seit dem 17. August 2015 gilt die Europäische Erbrechtsverordnung (Verordnung EU Nr. 650/2012, EU-ErbVO). Diese neue EU-Verordnung regelt, welches Erbrecht auf einen internationalen Erbfall anzuwenden ist.

Doppelbesteuerung: Nachlass, Erbschaft und Schenkungssteuern

Das "Abkommen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und den Vereinigten Staaten von Amerika zur Vermeidung der Doppelbesteuerung auf dem Gebiet der Nachlass-, Erbschaft- und Schenkungsteuern" zielt darauf ab, Doppelbesteuerung in den von dem Vertrag abgedeckten Bereichen zu vermeiden.

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