Ehenamenserklärung

Eheschließung (© dpa)

Der Familienname eines deutschen Staatsangehörigen ändert sich nicht automatisch durch Eheschließung. Aus diesem Grund kann eine Namenserklärung erforderlich sein, bevor Ihnen ein Reisepass auf den neuen Namen ausgestellt werden kann.

Zum 1. November ändert sich die Zuständigkeit der deutschen Standesämter für Namenserklärungen und weiteren familienrechtlichen Angelegenheiten. Lesen Sie hier mehr:

Neue Zuständigkeitsregelung der Standesämter

Ist eine Namenserklärung erforderlich? Welche Möglichkeiten haben wir?

Bei der Eheschließung in Deutschland kann direkt bei der standesamtlichen Trauung ein Ehename bestimmt werden. Der Ehename ist dann in der Heiratsurkunde aufgeführt. Bestimmen sie keinen gemeinsamen Ehenamen, behält jeder Ehegatte seinen bisherigen Familiennamen.

Bei einer Eheschließung im Ausland ist diese Möglichkeit der Ehenamensbestimmung oft nicht gegeben, da die ausländischen Vorschriften - so z. B. in den meisten US-Bundesstaaten - keine vergleichbaren Regelungen kennen. Folglich hat der deutsche Ehegatte für den deutschen Rechtsbereich den Familiennamen beibehalten, den er bereits vor der Eheschließung geführt hat (getrennte Namensführung). Dies gilt auch dann, wenn der deutsche Ehegatte im täglichen Leben bereits den Familiennamen des anderen Ehegatten nutzt.

Allerdings räumt das deutsche Namensrecht die Möglichkeit ein, nachträglich eine Erklärung über die Namensführung in der Ehe abzugeben, um auf diese Weise den gewünschten Namen zu erhalten (z.B. einen gemeinsamen Familiennamen). Solange die Ehe besteht, kann diese Erklärung jederzeit abgegeben werden und ist unwiderruflich.

Bitte beachten Sie, dass bei Wahl des deutschen Rechts nur der Familienname oder der Geburtsname des Mannes oder der Frau als Ehename bestimmt werden kann.  Zusätzlich kann der Ehegatte, dessen Name nicht Ehename geworden ist, seinen vorherigen Namen dem Ehenamen mit einem Bindestrich voranstellen oder anfügen.

Wenn einer der Ehegatten eine andere Staatsangehörigkeit als die deutsche besitzt, können Sie auch eine Rechtswahl in das Heimatrecht des ausländischen Ehegatten treffen. Ihre Namensführung in der Ehe bestimmt sich dann nach den Vorschriften des Heimatrechts des ausländischen Ehegatten, sodass ein Doppelname ohne Bindestrich (oder jede andere Kombination) möglich ist, wenn das ausländische Recht diesen erlaubt.

Beispiel: Wenn Ihr Ehegatte US-amerikanischer Staatsangehöriger ist und Sie US-amerikanisches Recht für die Namensführung in der Ehe bestimmen, können Sie einen Doppelnamen ohne Bindestrich – bestehend aus beiden Nachnamen der Ehegatten – wählen.

Sollten Sie bei Ihrer Eheschließung im Ausland eine Namenserklärung abgegeben haben und Ihre Heiratsurkunde weist dies auch nach, kontaktieren Sie bitte vorab die für Sie zuständige deutsche Auslandsvertretung und fragen nach, ob die Namenserklärung nach deutschem Recht anerkannt wird.

Bitte beachten Sie, dass Namensänderungen, die durch ein US-amerikanisches Gericht vorgenommen wurden, für deutsche Staatsangehörige grundsätzlich nicht wirksam sind.

Was muss ich ausfüllen?

Laden Sie hier den Antrag herunter:

Erklärung zur Namensführung in der Ehe [pdf, 275.8k]

Bitte drucken Sie das Antragsformular aus und füllen es sorgfältig aus (bitte benutzten Sie nicht ausschließlich Großbuchstaben, da dies zu abweichenden Schreibweisen führen kann).

Anstelle einer Namenserklärung können Sie auch Ihre Eheschließung im Eheregister beim zuständigen Standesamt in Deutschland beurkunden lassen und eine deutsche Heiratsurkunde beantragen. Das Antragsformular für die Eintragung im Eheregister beinhaltet die Namenserklärung. Für allgemeine Informationen zur Beurkundung einer im Ausland geschlossenen Ehe im Eheregister klicken Sie bitte hier.

Eheregister, Eintragung einer im Ausland geschlossenen Ehe

Welche Unterlagen muss ich mitbringen?

Neben dem vollständig ausgefüllten Antragsformular reichen Sie bitte die folgenden Unterlagen in beglaubigter Kopie mit einem Satz einfacher Kopien ein (bitte beachten Sie, dass unvollständige Anträge nicht bearbeitet werden können!):

  • Heiratsurkunde der Ehegatten (ausgestellt vom „Registrar/Clerk of the Court“)
  • Reisepässe beider Ehegatten; für Nicht-US-Staatsangehörige Aufenthaltstitel (Visum oder Green Card)
  • Geburtsurkunden beider Ehegatten
  • im Falle der doppelten Staatsangehörigkeit, US-Einbürgerungsurkunde sowie Beibehaltungsgenehmigung
  • ggf. deutsche Einbürgerungsurkunde oder Staatsangehörigkeitsausweis
  • ggf. Nachweise zu allen früheren Ehen/Lebenspartnerschaften (Nachweise zu der Eheschließung/Begründung der Lebenspartnerschaft und deren Auflösung)
  • ggf. Abmeldebescheinigung aus Deutschland

Wenn die vorzulegenden Unterlagen nicht in deutscher oder englischer Sprache sind, muss zusätzlich eine Übersetzung vorgelegt werden. Im Einzelfall können weitere Unterlagen erforderlich sein.

Was kostet die Namenserklärung?

Die Unterschriften beider Ehegatten müssen auf dem Antrag beglaubigt werden. Die Unterschriftsbeglaubigung kann entweder von einem „Notary Public” oder von der zuständigen deutschen Auslandsvertretung vorgenommen werden, wenn die Ehegatten persönlich anwesend sind. Die Gebühr für die Beglaubigung der Unterschriften auf dem Antrag bei den deutschen Auslandsvertretungen beträgt € 25,00 und kann mit Bargeld in US-Dollar zum aktuellen Wechselkurs oder mit Kreditkarte in Euro (Visa oder Mastercard) bezahlt werden.

Für die Antragsbearbeitung benötigt das zuständige Standesamt in Deutschland zusätzlich beglaubigte Kopien der antragsbegründenden Unterlagen. Die Kopiebeglaubigungen können von einem „Notary Public” vorgenommen werden. Bitte achten Sie darauf, dass der „Notary Public” selbst auf den Kopien vermerkt, dass diese mit dem Original übereinstimmen („certified true copy“). Alternativ können die Kopien von der zuständigen deutschen Auslandsvertretung bei Vorlage der Originale mit zwei Sätzen Kopien beglaubigt werden. Die Gebühr für die Kopiebeglaubigung bei den deutschen Auslandsvertretungen beträgt € 10,00 und kann mit Bargeld in US-Dollar zum aktuellen Wechselkurs oder mit Kreditkarte in Euro (Visa oder Mastercard) bezahlt werden.

Sobald der Antrag vollständig ist, kann er für die weitere Bearbeitung an das zuständige Standesamt in Deutschland weitergeleitet werden.

Euro Bild vergrößern (© picture-alliance/chromorange) Es wird empfohlen, sich eine Bescheinigung über die Wirksamkeit der Namenserklärung für zukünftige Passanträge ausstellen zu lassen. Die Gebühr für die Ausstellung beträgt € 10,00. Nach Antragstellung wird eine entsprechende Zahlungsaufforderung vom Standesamt mit den erforderlichen Kontodaten versendet. Die Gebühren für das Standesamt können nicht über die deutschen Auslandsvertretungen in den USA eingezahlt werden, sondern müssen direkt beim Standesamt beglichen werden (z.B. durch Überweisung aus den USA oder über Verwandte, Freunde aus Deutschland).

Wie lange dauert die Bearbeitung der Namenserklärung?

Die Bearbeitungszeit hängt stark vom zuständigen Standesamt ab und ist von Ort zu Ort unterschiedlich.

Bitte beachten Sie, dass die Bearbeitung der Namenserklärung beim Standesamt I in Berlin aufgrund der nach wie vor steigenden Antragszahlen zurzeit etwa zwei bis drei Monate dauert. Sobald die Namensführung bestätigt ist, kann ein deutscher Reisepass auf den neuen Namen ausgestellt werden.

Welche Auslandsvertretung ist für mich zuständig?

Bitte nutzen Sie den interaktiven Konsulatfinder, um herauszufinden, welche der neun deutschen Auslandsvertretungen in den USA für Sie zuständig ist, wie die korrekte Postanschrift der Auslandsvertretung lautet oder ob Sie einen Termin für die Abgabe der Namenserklärung benötigen.

Interaktiver Konsulatfinder

Deutschland unterhält in den USA neun Vertretungen. Bitte nehmen Sie sich die Zeit herauszufinden, welche Vertretung für Ihren Aufenthalts- bzw. Wohnort in den USA zuständig ist. Sie können hierfür entweder unseren interaktiven Konsulatfinder konsultieren oder die Liste der geographischen Zuständigkeiten. Konsulatfinder