Beurkundungen und Beglaubigungen durch deutsche Auslandsvertretungen

Allgemeine Informationen
Sie sollen vor einem Konsularbeamten einer deutschen Auslandsvertretung ein Dokument unterschreiben?
Die nachfolgenden Informationen sollen Ihnen veranschaulichen, dass es im deutschen Recht grundsätzlich zwei verschiedene Formen der Erstellung öffentlicher Urkunden gibt: Die Form der Unterschriftsbeglaubigung und die Form der notariellen Beurkundung. Bei beiden Formen erfolgt die Unterzeichnung eines Dokuments. Gesetzgeber und Rechtsprechung legen fest, wann welche Form Anwendung findet.

Unterschriftsbeglaubigung

Die Unterschriftsbeglaubigung ist die "einfachere" Form. Mit der Unterschriftsbeglaubigung bestätigt der Notar bzw. Konsularbeamte, dass die genannte Person das Dokument vor ihm unterzeichnet hat. Die Unterschrift muss persönlich vor dem zuständigen Konsularbeamten geleistet oder vor ihm anerkannt werden.
Eine Belehrung über die rechtliche Bedeutung des zu unterzeichnenden Dokuments findet nicht statt.
In vielen Fällen ist die Unterschriftsbeglaubigung ausreichend, um ein Dokument rechtlich wirksam werden zu lassen.

Einige Beispiele hierfür sind:
- Genehmigungserklärung: Erklärung, mit der ein Vertretener einen in Deutschland bereits unterzeichneten Vertrag im Nachhinein genehmigt;
- "einfache" Vollmachten: Vollmachten, in denen sich der Vollmachtgeber weniger stark bindet, z. B. widerrufliche Vollmachten für ein einzelnes Rechtsgeschäft
- Handelsregistereintragungen
- Beantragung eines Führungszeugnisses
- Erklärung zur Ausschlagung einer Erbschaft

Zur Unterschriftsbeglaubigung bringen Sie bitte mit:

  • das zu unterzeichnende Dokument
  • bei Genehmigungserklärungen auch den bereits geschlossenen Vertrag; bei Vollmachten Nachweis zum Wert des Rechtsgeschäfts
  • ein gültiges amtliches Ausweispapier mit Lichtbild (Reisepass, Personalausweis oder US-Führerschein)
  • falls Sie nicht im eigenen Namen, sondern im Namen z. B. einer Firma, eines Mündels, etc. unterschreiben, zusätzlich einen Nachweis (im Original oder beglaubigter Kopie) darüber, dass Sie berechtigt sind, die Firma / die Person zu vertreten
  • Wohnsitznachweis (US-Führerschein, Mietvertrag, Stromrechnung, o.ä.)

Eine Unterschriftbeglaubigung können Sie an der Botschaft und einigen Generalkonsulaten während der gewöhnlichen Öffnungszeiten vornehmen. Für die Generalkonsulate Boston, Chicago, New York und San Francisco ist eine Online-Terminvereinbarung erforderlich.

Klicken Sie hier für die Online-Terminvereinbarung für Boston

Klicken Sie hier für die Online-Terminvereinbarung für Chicago

Klicken Sie hier für die Online-Terminvereinbarung für Houston

Klicken Sie hier für die Online-Terminvereinbarung für New York

Klicken Sie hier für die Online-Terminvereinbarung für San Francisco

Die Gebühr für eine Unterschriftsbeglaubigung orientiert sich am Wert des Rechtsgeschäfts, für das Sie die Urkunde benötigen und kann zwischen 20,- Euro und 250,- Euro betragen. Die Gebühr kann entweder in Euro mit Kreditkarte (Visa oder Mastercard) oder zum jeweiligen Tageskurs der zuständigen deutschen Auslandsvertretung in US-Dollar in bar.

Unterschriftsbeglaubigungen können (zu den gleichen Gebühren) auch von den deutschen Honorarkonsuln vorgenommen werden.
Eine Unterschriftsbeglaubigung kann in der Regel auch durch einen amerikanischen "notary public" vorgenommen werden. Bitte klären Sie vorab mit der Stelle in Deutschland, der das Dokument vorgelegt werden soll, ob dies akzeptiert wird. Die Behörde in Deutschland, der das Dokument vorgelegt wird, kann dann zusätzlich auf Beschaffung einer "Apostille" bestehen, die durch den Secretary of State des Bundesstaates ausgestellt wird, in dem der „notary public“ seinen Sitz hat.

Beglaubigung von Fotokopien

Beglaubigte Kopien können durch die Botschaft, eines der Generalkonsulate, einen Honorarkonsul oder durch einen notary public bei Vorlage des Originals gefertigt werden. Sollte die Kopiebeglaubigung durch einen notary public erfolgen, achten Sie bitte darauf, dass dieser die Übereinstimmung der Kopie mit dem Original bestätigt ("This is a true copy of the original" oder ähnlich).

Notarielle Beurkundung

Einige Beispiele für zu beurkundende Rechtsgeschäfte sind:
- unwiderrufliche Vollmacht für Grundstücksveräußerungen
- eidesstattliche Versicherung (z. B. in Rentenangelegenheiten, bei Führerscheinverlust, etc.)
- Antrag auf Erteilung eines Erbscheins
- Antrag auf Erteilung eines Testamentsvollstreckerzeugnisses
- Kaufvertrag über ein Grundstück
- Schenkungsvertrag über ein Grundstück
- Erbteilsübertragung
- Vaterschaftsanerkennung
- Unterhaltsverpflichtung

Zur Beurkundung bringen Sie bitte mit:

  • ein gültiges amtliches Ausweispapier mit Lichtbild (Reisepass, Personalausweis oder US-Führerschein)
  • falls Sie nicht im eigenen Namen, sondern im Namen z. B. einer Firma, eines Mündels, etc. unterschreiben, zusätzlich einen Nachweis (im Original oder in beglaubigter Kopie) darüber, dass Sie berechtigt sind, die Firma / die Person zu vertreten
  • weitere Dokumente nach vorheriger Absprache mit dem beurkundenden Konsularbeamten

Die Gebühr für die Beurkundung orientiert sich am Wert des Rechtsgeschäfts, für das Sie die Urkunde benötigen. Die Gebühr kann entweder in Euro mit Kreditkarte (Visa oder Mastercard) oder zum jeweiligen Tageskurs der zuständigen deutschen Auslandsvertretung in US-Dollar in bar.

Bitte beachten Sie, dass die notarielle Beurkundung nicht von einem deutschen Honorarkonsul oder von einem „notary public“ vorgenommen werden kann. Für die Beurkundung eines Rechtsgeschäfts müssen Sie vorab immer einen Termin mit dem zuständigen Konsularbeamten vereinbaren.

Beurkundung - Terminvergabe

Die Beurkundung muss vorbereitet werden und kann nur nach vorheriger Terminabsprache vorgenommen werden. Bitte erkundigen Sie sich bei der für Sie zuständigen Vertretung, wie Sie einen Termin vereinbaren können. Sie wissen nicht, welche unserer neun Vertretungen für Sie zuständig ist? Bitte konsultieren Sie unseren Konsulatfinder.

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