Verlust der deutschen Staatsangehörigkeit

Das deutsche Staatsangehörigkeitsrecht kennt verschiedene Verlustgründe:

- Verlust durch Annahme einer fremden Staatsangehörigkeit

- Verlust durch Legitimation

- Verlust durch Eheschließung

- Verlust durch Adoption

- Verlust durch Eintritt in ausländische Streitkräfte

- Verlust durch Verzicht auf die deutsche Staatsangehörigkeit

- Sonstige Verlustgründe

Verlust durch Annahme einer fremden Staatsangehörigkeit

Der häufigste Verlustgrund der deutschen Staatsangehörigkeit ist der Erwerb einer fremden Staatsangehörigkeit auf eigenen Antrag (ausführliche Informationen hierzu finden Sie im Merkblatt des Bundesverwaltungsamtes Köln).

Für in den USA wohnhafte Deutschstämmige, die auf eigenen Antrag die US-Staatsangehörigkeit erworben haben, bedeutet dies: Mit dem Erwerb der US-Staatsangehörigkeit bei Einschwörung geht die deutsche Staatsangehörigkeit regelmäßig verloren. Dies bedeutet, dass Kinder, die nach dem Einschwörungstermin des deutschen Elternteiles in den USA geboren wurden, nicht mehr als Kinder eines deutschen Elternteiles (oder nur des Vaters oder der Mutter, je nach Geburtszeitpunkt) die deutsche Staatsangehörigkeit erhalten haben.

Umgekehrt gilt selbstverständlich, dass wenn diese Kinder vor dem Einschwörungstermin geboren wurden, die deutsche Staatsangehörigkeit regelmäßig erworben haben. Sind diese Kinder nicht in den USA geboren - und haben daher die US-Staatsangehörigkeit auch nicht kraft Gesetzes erworben - und wurden sie als Noch-Minderjährige gemeinsam mit den Eltern bzw. dem deutschen Elternteil eingebürgert, können sie unter Umständen noch die deutsche Staatsangehörigkeit besitzen. Bitte kontaktieren Sie in diesen Fällen die für Sie zuständige deutsche Auslandsvertretung in den USA. Welche dies für Sie ist, erfahren Sie mit Hilfe unseres Konsulatfinders.

Konsulatfinder

Merkblatt des Bundesverwaltungsamts in Köln [pdf; 32.9 k]

Verlust durch Legitimation

Das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig hat mit Urteil vom 29.11.2006 entschieden, dass die Rechtsvorschriften zum Verlust der deutschen Staatsangehörigkeit bei Legitimationen durch einen Ausländer rückwirkend ab dem 01.04.1953 nicht mehr anwendbar sind. Dadurch ergibt sich, dass nichteheliche Kinder einer deutschen Mutter, die nach dem 31.03.1953 von einem Ausländer legitimiert wurden, ihre deutsche Staatsangehörigkeit nicht verloren haben.

Verlust durch Eheschließung

Deutsche Frauen, die vor dem 23.05.1949 einen Ausländer geheiratet haben, haben die deutsche Staatsangehörigkeit auch bei dann eintretender Staatenlosigkeit verloren. Unter Umständen können Sie wieder eingebürgert werden. Bitte kontaktieren Sie hierzu die für Sie zuständige deutsche Auslandsvertretung in den USA. Welche Vertretung dies für Sie ist, erfahren Sie mit Hilfe unseres Konsulatfinders.

Deutsche Frauen, die zwischen dem 23.05.1949 und dem 31.03.1953 einen Ausländer geheiratet haben, verloren die deutsche Staatsangehörigkeit nur dann, wenn sie dadurch nicht staatenlos wurden. Seit dem 01.04.1953 ist die Eheschließung mit einem Ausländer kein Verlustgrund mehr.

Konsulatfinder

Verlust durch Adoption

Die deutsche Staatsangehörigkeit kann seit dem 01.01.1977 auch durch Adoption eines deutschen Kindes durch ausländische Eltern verloren gehen. Dies bedeutet, dass Kinder, die vor diesem Termin von ausländischen Staatsangehörigen adoptiert worden sind, die deutsche Staatsangehörigkeit regelmäßig nicht verloren haben. Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte die für Sie zuständige deutsche Auslandsvertretung in den USA. Welche dies für Sie ist, erfahren Sie mit Hilfe unseres Konsulatfinders.

Konsulatfinder

Verlust durch Eintritt in ausländische Streitkräfte

Grundsätzlich stellt der freiwillige Eintritt in fremde Streitkräfte ohne vorherige Zustimmung des Bundesministeriums der Verteidigung einen Verlustgrund für die deutsche Staatsangehörigkeit da. Mit dem Inkrafttreten des Wehrrechtsänderungsgesetzes am 1. Juli 2011 wurde das Verfahren für bestimmte Länder vereinfacht.
Demnach gilt die Zustimmung nunmehr zugunsten der Deutschen als erteilt, die zugleich die Staatsangehörigkeit von
- Mitgliedstaaten der Europäischen Union (EU),
- Mitgliedstaaten der Europäischen Freihandelsassoziation (EFTA),
- Mitgliedstaaten der Nordatlantikvertrags-Organisation (NATO) oder
- Staaten der Länderliste nach § 41 Abs. 1 der Aufenthaltsverordnung
besitzen und in einem dieser Staaten Wehrdienst leisten.
Unter diese Regelung fallen u.a. auch die USA. Ein gesonderter Antrag ist somit nicht mehr nötig. Die Zustimmung gilt als erteilt

Verlust durch Verzicht auf die deutsche Staatsangehörigkeit

Ein Deutscher kann auf seine deutsche Staatsangehörigkeit verzichten, wenn er mehrere Staatsangehörigkeiten besitzt. Der Verzicht wird wirksam mit Aushändigung der Verzichtsurkunde. Klicken Sie bitte den folgenden Link, um weitere Informationen zu erhalten.

Verzicht auf die deutsche Staatsangehörigkeit

Sonstige Verlustgründe

Besondere Vorschriften gelten für die Verfolgten des Nazi-Regimes, denen die deutsche Staatsangehörigkeit aus politischen, rassischen oder religiösen Gründen zwischen dem 30.01.1933 und dem 08.05.1945 entzogen worden ist. Diese Personen und deren Abkömmlinge haben unter Umständen einen Anspruch auf Einbürgerung nach Art. 116 II GG.

Einbürgerung nach Art. 116 II GG

Verlust

Fussball-Fans bilden mit farbigen Folien eine deutsche Flagge (c) picture alliance/dpa

Einzelfälle/Detailfragen

Einzelfälle können mit diesem Kurzüberblick nicht geklärt werden. Zu Detailfragen lesen Sie bitte unsere Antworten auf die am häufigsten gestellten Fragen zur Staatsangehörigkeit (FAQ). Werden Sie auch dort nicht fündig, setzten Sie sich bitte mit der für Ihren Wohnort zuständigen deutschen Auslandsvertretung in den USA in Verbindung. Welche dies für Sie ist, erfahren Sie mit Hilfe unseres Konsularfinders.

Staatsangehörigkeit - FAQ