Enger Draht nach Washington – Außenminister Gabriel in den USA

29.08.2017

Sigmar Gabriel Bild vergrößern Foreign Minister Sigmar Gabriel met with his U.S. counterpart Rex Tillerson at the U.S. State Department. (© Germany.info) Stunde der Diplomatie

Das Atomprogramm Nordkoreas, die Lage in Afghanistan, die Krise in Katar, das Nuklearabkommen mit Iran und die US-Sanktionen gegen Russland: Außenminister Sigmar Gabriel und sein amerikanischer Kollege Rex Tillerson haben sich kurzfristig entschieden, zu diesen wichtigen Themen zusammenzutreffen. „Jetzt muss die Stunde der Diplomatie sein“, sagte Außenminister Gabriel vor seiner Abreise nach Washington D.C. mit Blick auf die Agenda.

"Amerika ist der wichtigste Verbündete Europas“

"Dafür brauchen wir einen engen Draht nach Washington“, setzte Gabriel fort. Denn: „Auch wenn wir in letzter Zeit nicht immer auf einer Wellenlänge liegen: Amerika ist der wichtigste Verbündete Europas.“ Gerade in dieser schwierigen Zeit sei es wichtig, den Dialog zu suchen, betonte Gabriel. Bereits zum dritten Mal trifft Gabriel seinen Amtskollegen in Washington. Am Rande des G20-Außenministertreffens in Bonn und des G20-Gipfels in Hamburg fanden weitere Gespräche statt.

Nordkorea im Fokus

Im Mittelpunkt des Treffens der Außenminister stand die angespannte Situation in Nordkorea. Nordkorea habe noch immer nicht verstanden, dass sich die internationale Staatengemeinschaft einig sei: die Raketentests und das Nuklearprogramm müssen aufhören, betonte Gabriel. Deswegen sei es auch richtig, dass der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen erneut zu diesem Thema zusammentritt.

 Auch das Atomabkommen mit Iran stand auf der Agenda. Deutschland habe ein großes Interesse daran, das Abkommen aufrechtzuerhalten, so Gabriel. Dazu müsse die iranische Seite dafür sorgen, dass jedes Detail des Abkommens umgesetzt wird. Gemeinsam mit den USA solle dieses Ziel nun verfolgt werden.

Eine enge Abstimmung zwischen den USA und den europäischen Partnern soll auch in anderen Bereichen stattfinden: mit Blick auf die Sanktionen des US-Kongresses gegen Russland. "Es soll keine neue Eiszeit zwischen Russland und dem Westen geben", so Gabriel. Gleichzeitig müsse man sich weiter dafür einsetzen, dass endlich ein nachhaltiger Waffenstillstand im Osten der Ukraine zustande kommt.

Treffen mit Henry Kissinger: Global Zero Initiative unterstützen

Nach dem Termin mit Tillerson traf Gabriel auch mit dem ehemaligen Außenminister Henry Kissinger zusammen. "Es ist gut, mit jemandem zu sprechen, der schon sehr lange einen Blick auf die Welt hat", sagte Gabriel. Im Mittelpunkt des Gesprächs stand die Gefahr der nuklearen Aufrüstung. Immer mehr Staaten verschafften sich Zugang zu Atomwaffen, so Gabriel. Das Beispiel Nordkoreas zeige, wie gefährlich diese Situation für die gesamte Welt ist.

Mit der Global Zero Initiative engagiert sich Kissinger seit Jahren für eine atomwaffenfreie Welt. "Diese Initiative sollten wir alle unterstützen", betonte Gabriel. Es müsse mehr dafür getan werden, dass die Verbreitung von Atomwaffen gestoppt werde, denn: "die Gefahren, die Kissinger beschreibt, sind leider mehr als realistisch", so Gabriel.
Weiterreise nach Paris

Aus Washington ging es für Gabriel weiter nach Paris: dort nimmt er an einer Sitzung des französischen Kabinetts teil und begleitet die Eröffnung der französischen Botschafterkonferenz.

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