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Deutschland und USA: Bilaterale Beziehungen

27.05.2019 - Artikel

Politik

Deutschland und die Vereinigten Staaten von Amerika verbindet eine enge Freundschaft auf der Grundlage historisch gewachsener Beziehungen. Wir teilen ein dichtes Netz gemeinsamer Erfahrungen, Werte und Interessen, das auch Meinungsverschiedenheiten im Sinne eines offenen Austauschs unter Partnern zulässt.

Deutschland verdankt den USA viel: Die USA haben nach dem Zweiten Weltkrieg mit dem Marshall-Plan die wirtschaftliche Entwicklung mit angestoßen und entscheidende Impulse für die Demokratisierung und den Aufbau eines liberalen, pluralistischen Freiheits- und Rechtsstaats in Deutschland gegeben. Ohne die Vereinigten Staaten als Garant der Freiheit in den Jahrzehnten des Kalten Krieges und ohne die amerikanische Unterstützung bei der deutschen Wiedervereinigung wäre die deutsche Einheit in Freiheit nicht erreicht worden.

Die Partnerschaft mit den USA wird auch in Zukunft für Freiheit, Sicherheit und für Deutschlands wirtschaftlichen Erfolg von überragender Bedeutung sein.

Ein elementarer Pfeiler des bilateralen Verhältnisses ist die transatlantische Sicherheitsgemeinschaft (NATO), die für uns Deutsche von herausragender Bedeutung ist. Die umfassende sicherheitspolitische Zusammenarbeit Deutschlands und der USA hat sich in ihren Schwerpunkten, wozu auch die Bekämpfung des internationalen Terrorismus zählt, immer weiterentwickelt.

Gegenwärtig prägende Themen des bilateralen Verhältnisses sind darüber hinaus die Beziehungen zwischen Deutschland und den USA als Handelspartner, als Wertepartner, aber auch als Partner bei der Stärkung von Sicherheit und Stabilität in regionalen und globalen Krisen. 

Die engen Kontakte zwischen beiden Ländern werden durch regelmäßige Besuche von Bundeskanzlerin Merkel, des Bundesaußenministers und anderen Kabinettsmitgliedern in den USA gepflegt. Ein wichtiges Element in den bilateralen Beziehungen ist außerdem der intensive Meinungsaustausch zwischen deutschen und US-amerikanischen Parlamentariern und Parlamentarierinnen.

Vor dem Hintergrund der deutschen Geschichte ist das Verhältnis zu den etwa sechs Millionen jüdischen US-Amerikanerinnen und US-Amerikanern, die zu einem erheblichen Teil deutscher Herkunft sind, von besonderer Bedeutung. Bundesregierung und Bundestag pflegen intensive Kontakte mit den amerikanisch-jüdischen Organisationen und legen großen Wert auf den Dialog mit ihnen, um mit den Verbrechen der NS-Herrschaft aktiv umzugehen, soweit wie möglich Wiedergutmachung zu leisten und das gegenseitige Verständnis zu fördern.

Wirtschaft

Die engen deutsch-amerikanischen Wirtschaftsbeziehungen sind eine wesentliche Säule der bilateralen Beziehungen. Die USA sind größter Abnehmer deutscher Exporte, Deutschland ist der wichtigste Handelspartner der USA in Europa. Gemessen am Gesamtvolumen (Importe + Exporte) des bilateralen Warenverkehrs der USA liegt Deutschland weiterhin auf dem fünften Platz nach China, Kanada, Mexiko, und Japan. In Deutschland liegt der bilaterale Warenverkehr mit den USA an dritter Stelle und belief sich 2018 auf etwa 183,6 Mrd. USD. US-Exporte nach Deutschland betrugen 57,7 Mrd. USD (2017: 53,5 Mrd. USD), US-Importe aus Deutschland 125,9 Mrd. USD (2017: 117,7 Mrd. USD).

Deutschland und die USA sind für einander wichtige Investitionsstandorte: Das bilaterale Investitionsvolumen belief sich Ende 2017 auf 446 Mrd. USD (deutsche Direktinvestitionen in den USA in Höhe von 310 Mrd. USD; US-Investitionen in DEU in Höhe von 136 Mrd. USD). Deutsche Unternehmen sind mit 674.000 Arbeitsplätzen der viertgrößte ausländische Arbeitgeber in den USA und tragen maßgeblich auch zum Export aus den USA bei (z.B. ist BMW größter Autoexporteur aus den USA).

Kultur und Bildung

Die kulturellen Beziehungen sind vielfältig und umfassen ein breites Spektrum von Austauschprogrammen und privaten Initiativen. Jährlich reisen Hunderttausende von Menschen über den Atlantik – als Teilnehmende der zahlreichen Austauschprogramme oder als Künstler, Wissenschaftlerinnen, Schüler und Studentinnen oder als Touristen. Deutschland bleibt weiterhin eine der beliebtesten Destinationen für Studierende aus den USA. Eine wichtige Rolle für den kulturellen Austausch spielen die über 200 deutsch-amerikanischen Städtepartnerschaften. Im Jahr 2017 können Berlin und Los Angeles auf eine 50-jährige  Partnerschaft zurückblicken. Im Jahr 2018 begehen Leipzig und Houston den 25. Jahrestag ihrer lebendigen und erfolgreichen Partnerschaft. Um den gesellschaftlichen Dialog über den Atlantik hinweg weiter zu vertiefen, hat das Auswärtige Amt in Zusammenarbeit mit dem Goethe-Institut und dem Bundesverband der Deutschen Industrie für 2018/19 ein Deutschlandjahr in den USA ins Leben gerufen, das unter dem Motto „Wunderbar Together“ im Oktober 2018 mit zahlreichen Veranstaltungen in mehreren Bundesstaaten eröffnet wurde. Durch mehr als 1.500 Veranstaltungen mit 200 Partnern sollen Menschen in allen Teilen der Vereinigten Staaten erreicht und auch neue Zielgruppen erschlossen werden, die bisher weniger im Fokus des transatlantischen Austausches standen. Während des ganzen Jahres finden Veranstaltungen zu den unterschiedlichsten Themen in allen 50 Bundesstaaten statt, angefangen bei Freiheit, Diversität, Verantwortung, über Migration, Digitalisierung und die Zukunft der Arbeit, bis hin zur Rolle der „German Heritage“ und unserer Kultur und Lebensweise. Mehr dazu erfahren Sie auf der dazugehörigen Webseite.

Deutsch ist nach Spanisch und Französisch die am dritthäufigsten gelernte Fremdsprache an privaten Sekundarschulen und an Colleges und Universitäten.

Etwa 50 Millionen und damit rund 15 Prozent der US-Amerikaner und Amerikanerinnen geben an, deutscher Abstammung zu sein. Sie stellen jedoch keine geschlossene Interessengruppe dar. Zahlreiche deutsch-amerikanische Vereine widmen sich der Brauchtumspflege.

Streitkräfte

Die engen Beziehungen zwischen den Streitkräften Deutschlands und der USA sind geprägt von gemeinsamen Werten, beidseitigen Stationierungen und gemeinsamen Übungen und Einsätzen. Deutsche militärische Beiträge im Rahmen der Krisen- und Konfliktbewältigung sind für die USA nicht nur militärisch relevant, sondern auch militärpolitisch von hoher Bedeutung. So ist Deutschland nach den USA der größte Partner in der NATO-Mission Resolute Support (RSM) in Afghanistan. Auch Deutschlands Beitrag im Rahmen der internationalen Anti-IS-Koalition findet auf US-Seite ein hohes Maß an Anerkennung. Neben den USA baut Deutschland als einziges europäisches Bündnismitglied im Rahmen der Reform der NATO-Kommandostruktur ein neues operatives Kommando in Ulm auf.

Deutschland ist und bleibt für die amerikanischen Streitkräfte einer der wichtigsten Stationierungsorte außerhalb der USA und mit circa 34.000 Soldatinnen und Soldaten der größte Standort innerhalb Europas. Die beiden einzigen, nicht in den USA stationierten militärischen Regionalkommandos der US-Streitkräfte (von insgesamt sechs), befinden sich in Stuttgart (USEUCOM und USAFRICOM). Das größte Militärkrankenhaus der USA außerhalb des eigenen Landes befindet sich bei Landstuhl und ist die erste Station für viele im Einsatz verwundete US-Soldatinnen und -Soldaten.

Seit Ende Zweiten Weltkriegs waren rund 17 Mio. US-Militärangehörige mit Familien in Deutschland.

Umgekehrt werden Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr in den USA in Einrichtungen der  US-Streitkräfte ausgebildet, nehmen regelmäßig an gemeinsamen Übungen teil und arbeiten integriert in Stäben sowohl in den USA als auch in Deutschland. Seit Herbst 2014 wird die herausgehobene Position des Stabschefs (CoS) im Hauptquartier des US-Heeres in Europa (USAREUR) mit Sitz in Wiesbaden durch einen deutschen Brigadegeneral wahrgenommen, der für die Dauer dieser Verwendung als Angehöriger der US-Streitkräfte gilt.

Auch im wehrtechnischen Bereich besteht eine enge Zusammenarbeit zwischen beiden Ländern. Eine deutsche Verbindungsstelle für Rüstungsangelegenheiten in den USA sowie eine Reihe von Verbindungsbeamten bei wichtigen amerikanischen Dienststellen sind Ausdruck der intensiven Kooperation.

In Newport, Wales (2014) und in Warschau, Polen (2016) haben die NATO-Mitgliedstaaten unter anderem Rückversicherungsmaßnahmen für die östlichen Alliierten beschlossen. Deutschland und die USA leisten hierzu substantielle Beiträge. Diese umfassen die Präsenz multinationaler militärischer Verbände auf Rotationsbasis in Polen, Lettland, Estland und Litauen. Im Rahmen dieser NATO-Vornepräsenz hat Deutschland als Rahmennation die Führung des multinationalen Bataillons in Litauen übernommen. Der Verbesserung militärischer Fähigkeiten und Koordination von Übungsvorhaben in Ost-Europa  dient die Transatlantic Capability Enhancement and Training Initiative, TACET. Das TACET-Konzept wird weiterentwickelt und als Konsequenz der gewachsenen Zusammenarbeit zu gemeinsamen Übungen, intensivem Erfahrungsaustausch sowie der Weiterentwicklung von Einsatzverfahren genutzt.

Washington erwartet gleichwohl Fortschritte der europäischen NATO-Mitglieder in der Entwicklung ihrer militärischen Fähigkeiten. Präsident Trump fordert mit Nachdruck größere sicherheitspolitische Beiträge der NATO-Bündnispartner im Rahmen der transatlantischen Lastenteilung, dabei insbesondere eine Erhöhung der Verteidigungsausgaben.

Die enge Kooperation mit den USA liegt im zentralen sicherheitspolitischen Interesse Deutschlands und wird in einem intensiven und konstruktiven Austausch fortgesetzt.

 

Hinweis:
Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.



Weitere Informationen

Die transatlantische Partnerschaft ist neben der europäischen Integration der wichtigste Pfeiler der deutschen Außenpolitik. Die USA sind Deutschlands engste Verbündete außerhalb Europas.

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