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Einbürgerung nach § 14 StAG

Artikel

Neu: Erweiterte Einbürgerungsmöglichkeiten nach § 14 StAG für Nachkommen von NS-Verfolgten

Durch zwei umfangreiche Erlassregelungen vom 30.08.2019 hat das Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat großzügige Einbürgerungsmöglichkeiten nach § 14 StAG für Abkömmlinge von NS-Verfolgten geschaffen, deren Vorfahren die deutsche Staatsangehörigkeit im Zusammenhang mit NS-Verfolgungsmaßnahmen verloren haben, die aber keinen Anspruch auf Wiedereinbürgerung nach Art. 116 Abs. 2 GG besitzen

(Pressemitteilung des BMI).

Zum begünstigten Personenkreis gehören:

  1. vor dem 01. April 1953 geborene eheliche Kinder zwangsausgebürgerter deutscher Mütter und ausländischer Väter,
  2. vor dem 01. Juli 1993 geborene nichteheliche Kinder zwangsausgebürgerter deutscher Väter und ausländischer Mütter,
  3. Kinder, unabhängig von ihrem Geburtsdatum, deren deutscher Elternteil im Zusammenhang mit NS-Verfolgungsmaßnahmen in der Zeit vom 30.01.1933 bis zum 08.05.1945 vor dem 26.02.1955 eine fremde Staatsangehörigkeit erworben und die deutsche Staatsangehörigkeit verloren hat:
  • Vater oder Mutter hatten im Zusammenhang mit nationalsozialistischen Verfolgungsmaßnahmen vor dem 26.02.1955 durch Annahme einer fremden Staatsangehörigkeit (Einbürgerung) die deutsche Staatsangehörigkeit verloren.
  • Die Mutter hatte durch Eheschließung mit einem Ausländer oder Staatenlosen die deutsche Staatsangehörigkeit vor dem 01.04.1953 verloren (§ 17 Nr. 6 RuStAG a.F.).

Die Einbürgerungsmöglichkeit steht auch den Abkömmlingen dieser Kinder bis zum sogenannten Generationenschnitt nach § 4 Absatz 4 StAG zu.

Bitte berücksichtigen Sie diese Frist. Danach hat die erste nach dem 31.12.1999 im Ausland geborene Generation letztmalig die Möglichkeit zur erleichterten Einbürgerung. Deren minderjährige Kinder, die vor Ablauf der Übergangsfrist am 31.12.2020 geboren sind, können mit eingebürgert werden, wenn der Einbürgerungsantrag vor dem 01.01.2021 gestellt wird.

Für diesen Personenkreis bestehen vereinfachte Einbürgerungsvoraussetzungen. Erforderlich sind einfache deutsche Sprachkenntnisse sowie Grundkenntnisse der Rechts- und Gesellschaftsordnung sowie der Lebensverhältnisse in Deutschland.

Weitere Informationen können Sie der Webseite des Bundesverwaltungsamtes entnehmen, auf der Sie auch das Antragsformular sowie weitere Informationen zum Download finden.

Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an die für Sie zuständige deutsche Auslandsvertretung.

Neu: Erweiterte Einbürgerungsmöglichkeiten nach § 14 StAG für bislang nicht Begünstigte aufgrund Geburt vor dem 24.05.1949 und deren Abkömmlinge.

Mit BMI-Erlass vom 30.08.2019 wurde der Kreis der Einbürgerungsberechtigten auf die vor Inkrafttreten des Grundgesetzes am 24.05.1949 geborenen ehelichen Kinder deutscher Mütter und ausländischer Väter sowie nicht ehelichen Kinder deutscher Väter und ausländischer Mütter, die aufgrund des zum Zeitpunkt ihrer Geburt geltenden Staatsangehörigkeitsrechts nicht die deutsche Staatsangehörigkeit erworben haben, und ihre Abkömmlinge erweitert. Die nachzuweisenden Sprachkenntnisse wurden auf das Niveau B1 GER gesenkt. Bitte beachten Sie, dass diese Einbürgerungsmöglichkeit nur bis zum sogenannten Generationenschnitt nach § 4 Abs. 4 StAG besteht. Das bedeutet dass die erste nach dem 31.12.1999 im Ausland geborene Generation als letzte von dieser Einbürgerungsmöglichkeit Gebrauch machen kann.


Kinder
Drei Geschwister© colourbox

Einbürgerung von vor dem 01.01.1975 

ehelich geborenen Kindern mit deutscher Mutter und ausländischem Vater

Kinder, die vor dem 01.01.1975 ehelich geboren worden sind, eine deutsche Mutter und einen ausländischen Vater haben, haben nicht die deutsche Staatsangehörigkeit mit Geburt erworben. Zwischen 1975 und 1977 konnte für diese Kinder eine Erklärung abgegeben werden, mit der die deutsche Staatsangehörigkeit erworben wurde. In den meisten Fällen ist dies nicht erfolgt.

Das Bundesverwaltungsamt informiert in einem Merkblatt über die Einbürgerungsmöglichkeiten für diese Personengruppe.


Merkblatt des Bundesverwaltungsamts und Antragsformular


Kinder
Drei lachende Kinder© colourbox

Einbürgerung von vor dem 01.07.1993 nichtehelich geborenen Kindern mit deutschem Vater und ausländischer Mutter

Kinder, die vor dem 01.07.1993 nicht-ehelich geboren worden sind, einen deutschen Vater und eine ausländische Mutter haben, haben nicht die deutsche Staatsangehörigkeit mit Geburt erworben. Seit 1998 konnten diese Kinder vor Vollendung des 23. Lebensjahres eine Erklärung abgeben, die deutsche Staatsangehörigkeit erwerben zu wollen. In vielen Fällen wurde davon kein Gebrauch gemacht.

Das Bundesverwaltungsamt informiert in einem Merkblatt über die Einbürgerungsmöglichkeiten für diese Personengruppe.


Merkblatt des Bundesverwaltungsamts und Antragsformular


Visa
Visa© colourbox.com

Einbürgerungstest

Hinweis zum bundeseinheitlichen Einbürgerungstest:

In manchen Fällen wird die Ablegung eines Einbürgerungstests erforderlich.

Der Gesamtfragenkatalog des Tests ist auf der Website des Bundesministeriums des Innern abrufbar. Von 33 ausgewählten Fragen sind 17 richtig zu beantworten. Der Test kann im Bedarfsfall zu einem späteren Zeitpunkt wiederholt werden.

Informationen des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge zum bundeseinheitlichen Einbürgerungstest.


Schengen Visum
European Schengen zone visa in passport - close up© colourbox

Rückkehr nach Deutschland mit Visum

Alternativ zu einer Einbürgerung kann eine Rückkehr nach Deutschland mit einem Visum in Betracht kommen. Aufgrund der Bearbeitungszeiten von 2-3 Jahren für Einbürgerungsanträge kann ein Daueraufenthaltsvisum für Deutschland von Vorteil sein, da hierfür die Bearbeitungszeiten deutlich kürzer sind. Weitere Informationen finden Sie hier.

Nach den Bestimmungen des § 38 Abs. 2 Aufenthaltsgesetz (AufenthG) kann ehemaligen deutschen Staatsangehörigen eine Aufenthaltserlaubnis erteilt werden, sofern sie über ausreichende Kenntnisse der deutschen Sprache verfügen.

Nach § 41 Aufenthaltsverordnung (AufenthV) können amerikanische Staatsangehörige für einen längerfristigen Aufenthalt in Deutschland ein Visum auch innerhalb von drei Monaten nach Einreise nach Deutschland beantragen. Eine vorherige Kontaktaufnahme mit der zuständigen Ausländerbehörde wird dennoch dringend empfohlen.

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